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C O N T E N T
D U F T S P E Z I A L
Essenz und Exzellenz
Luxuriöse Duft-Kreationen, präsentiert vom Bayerischen Hof, seit jeher Bühne für besondere Momente erzählen sowohl von Herkunft und Handwerk, als auch von Charakter und Atmosphäre
L I E B L I N G E
New, Now, Wow
Wir haben für Sie mit viel Herz und geistigem Feuer die schönsten Funkensprüher aus Mode, Beauty, Kultur und Design kuratiert.
H E R E + N O W
März bis Juni
Frühling in München! Das bedeutet vor allem eines: ein prallvoller Kalender mit Konzerten, Ausstellungen, Premieren und weiteren kulturellen Höhepunkten.
Auch dieses Kunstwerk der U.S.-Amerikanerin
Louise Lawler ist in der Ausstellung „Confrontations“
im Museum Brandhorst zu sehen
R Ü C K B L I C K E
Alles auf einen BLICK
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H A U S P O S T
NEU GEDACHT
Kaum ein Raum trägt so viel Bedeutung:
Eine Eingangshalle ist Durchgang,Bühne und Versprechen zugleich. Mit dem behutsamen Umbau von Entrée und Rezeption des Bayerischen Hofs ist Axel Vervoordt ein Ort gelungen, der Vergangenheit und Gegenwartverbindet und das Ankommen selbst zu einem Erlebnis machtl
C O V E R S T O R Y
Jessica
SCHWARZ
Fotografie Alexander Courtman Interview Anja Delastik
Styling Gianluca Cococcia Hair and Makeup Sabrina Reuschl
Fotoassistent Cora Tamborini Location Entrée Bayerischer Hof
Filmemachen ist ihre Welt. Man kennt die Schauspielerin aus Filmen wie „Nichts bereuen“, „Das Parfum“ und „Das perfekte Geheimnis“. Doch auch die Welt der Gastronomie und Hotellerie ist Jessica Schwarz bestens vertraut. Ihre Familie betreibt im Odenwald eine Hausbrauerei mit Restaurant, sie selbst drei Hotels, zwei mit ihrer Schwester, eines mit ihrem Mann. Im Gastgespräch verrät sie, wie sie all das jongliert und warum sie im Bayerischen Hof ihr Zimmer von innen verriegelt.
Stimmt es, dass Sie in einem Brauhaus aufgewachsen sind?
Das Brauhaus hatte meine Familie damals noch nicht, sondern einen Tabak- und Zeitschriftenladen mit ganz vielen Touristenartikeln, Panini-Bildern, Comics … Hinter dem Laden war unsere Küche, dort haben wir Mittag gegessen und unsere Schularbeiten gemacht. Ich war so ein „Ding-Dong-Kind“, wie ich das nenne. Wenn die Türglocke läutete, ist einer von uns rausgelaufen und hat bedient.
Von vielen Menschen umgeben zu sein, war also ganz normal für Sie?
Absolut. Meine Schwester und ich haben schon früh geholfen, für uns war das ganz natürlich, keine Angst vor fremden Menschen zu haben. Da war eine große Neugierde dabei, sogar bei unseren Haustieren. Wir hatten einen Hasen, der auch immer nach vorne gelaufen ist, wenn er das „Ding-Dong“ hörte.
Und wann kam die Brauerei dazu?
Ursprünglich wollte mein Vater unbedingt nach Afrika auswandern, dort stand ein großes Weinanbaugebiet zum Verkauf. Aber meine Schwester und ich waren dagegen, haben sozusagen seinen Traum verhindert. Daher musste er sich was Neues suchen und hat sehr lange, sehr intensiv und voller Leidenschaft auf diese Hausbrauerei hingearbeitet. Er hat sich einen Bus gemietet und ist mit einem Schwung Bankmitarbeitern zu verschiedensten Hausbrauereien gefahren, um ihnen so diese Idee zu verkaufen – das hat er geschafft und schließlich das Brauhaus gebaut.
Haben Sie diesen Unternehmergeist und Mut von Ihrem Vater geerbt?
Von meinem Vater und meiner Mutter. Er hatte die Ideen, sie war diejenige, die sie bis zum Ende durchgezogen hat, während mein Vater schon wieder an der nächsten Idee herumdachte. Ein perfektes Team!
Was haben Sie sich sonst noch von Ihren Eltern abgeschaut?
Nie Angst vor großen Ideen zu haben. Die Haltung bei uns zu Hause war: Wir probieren das einfach, wenn es scheitert, ist das nicht schlimm. So war es auch, als ich mit dem Modeln angefangen habe. Ich wusste, ich kann jederzeit zurückkommen. Und deshalb konnte ich mutig in die Welt hinausgehen. Außerdem hat es geholfen, dass ich streng erzogen wurde. Das hat mir Kraft, Resilienz und Durchhaltevermögen gegeben.
Das hat sich ausgezahlt, Sie können auf eine sehr erfolgreiche Schauspielkarriere blicken. Gibt es ein Projekt, auf das Sie momentan besonders stolz sind?
Aktuell kann man sich in der ARD-Mediathek „Schwarzes Gold“ anschauen, eine tolle Serie über historische Ereignisse, von denen man vielleicht gar nicht wusste, dass sie so stattgefunden haben. Außerdem haben wir „Der perfekte Urlaub“ gedreht, Teil zwei von „Das perfekte Geheimnis“. Das wird sehr wild, da kann man sich schon mal festhalten! Der Film kommt im Herbst in die Kinos. Ansonsten ist gerade so ein bisschen Ruhe – vielleicht vor dem Sturm, vielleicht auch nur Ruhe. Die muss auch mal sein, um Bestandsaufnahme zu machen, innezuhalten und zu schauen: Passt alles gerade?
Na ja, und außerdem leiten Sie neben der Schauspielerei drei Hotels, oder?
Richtig, meine Schwester und ich haben in der Michelstädter Altstadt Die Träumerei und das Träum weiter. Sandra ist gelernte Restaurant- und Hotelfachfrau, weil sie schon früh wusste, dass sie in der Hausbrauerei mithelfen will. Und irgendwann stand dieses kleine süße Haus zum Verkauf, das sie und mich schon als Kinder faszinierte. Damals dachten wir, dass man das wunderbar in ein Märchenschloss verwandeln könnte.
Aber dann ist ein Hotel daraus geworden …
Ja, ich war damals schon so viel unterwegs, hatte in so vielen Hotels übernachtet und immer irgendwas auszusetzen. Viele Hotels waren mir zu „Business“, nicht heimisch und gemütlich genug. Uns gefiel das Konzept der kleinen feinen Hotellerie, also dachten wir: „Ein Boutique-Hotel, ja genau, das passt doch eigentlich ganz gut zu uns!“ Das ist jetzt ungefähr 18 Jahre her.
Und wie sind Sie zu dem Hotel in Portugal gekommen?
Mein Mann und ich entdeckten es bei einem Ausflug; es heißt Rêves Étoilés – das bedeutet „Traumstern“. Als ich meine Schwester anrief und ihr erzählte, dass es zum Verkauf steht, meinte sie nur: „Das ist Schicksal!“
Haben die Schauspielerei und die Hotellerie eigentlich etwas gemeinsam?
Es ist eher so, dass mich die Hotellerie erdet. Die Schauspielerei ist ein sehr eigener Beruf – und man muss aufpassen, nicht in dieser Blase zu verschwinden. Die Hotellerie gibt mir die Möglichkeit, ganz basic zu denken, wieder selber anzupacken.
Wie muss man sich das vorstellen?
Wenn auf einem Zimmer abends der Fernseher nicht funktioniert, kann es passieren, dass ich vorbeikomme und ihn repariere (lacht). In unserem Hotel in Portugal mache ich auch das Frühstück, wasche, muss auch mal das Bad putzen und die Betten machen, wenn unsere Putzfrau krank ist. Ich finde es ganz wunderbar, weil es sehr bodenständig und sehr ehrlich ist.
Heute dürfen Sie sich zurücklehnen, heute sind Sie selbst zu Gast. Sticht Ihnen im Bayerischen Hof etwas besonders ins Auge?
Die neue Lobby, auf die war ich sehr gespannt! Ich mag den Stil: sehr schlicht und zurückhaltend, aber irgendwie auch kraftvoll. Auch wenn so ein Umbau sicher eine große Herausforderung ist – man kann den Hotelbetrieb schließlich nicht einfach anhalten.
Kennen Sie das aus eigener Erfahrung?
Ich fahre Sonntag nach Hause, um nächste Woche Die Träumerei zu renovieren, also alle Zimmer zu streichen, zu gucken, wo es neue Kissen braucht, was ausgebessert werden muss … Ich freue mich schon total darauf!
Was ist Ihnen als Gastgeberin wichtiger: Perfektion oder Persönlichkeit?
In Portugal bieten wir ja Glamping an, da kann man in großen, durchsichtigen Kugeln wohnen. Man kann sich entweder mit Vorhängen darin einbubbeln, also eine Art Cocoon bauen, oder alles aufmachen und nachts in den Sternenhimmel schauen. Jeder hat seinen eigenen kleinen Whirlpool, das ist ganz herrlich. Aber natürlich ist da auch nicht alles perfekt. Vermutlich bin ich deshalb selbst ein total cooler Gast: Ich kann Mängel und Fehler gut übersehen, weil ich weiß, dass Perfektion unmöglich ist, egal wie groß oder klein ein Hotel ist.
Was bedeutet Luxus für Sie?
Mein Leben an sich ist Luxus. Ich bin dankbar und glücklich für das, was ich habe, in all seinen Facetten, mit all seinen Schwierigkeiten. Luxus ist außerdem, Zeit zu haben. Ich war gerade mit der ganzen Familie auf Sansibar, da haben wir uns ein Haus gemietet, das gar nicht luxuriös war. Wir hatten permanent Stromausfall und das Notstrom-Aggregat ist ständig angesprungen – mitten in der Nacht waren plötzlich alle Lichter an. Trotzdem dachte ich: „Was für ein Luxus, dass ich überhaupt hier sein darf, dass ich reisen kann!“
Sie leben in Berlin, Michelstadt und Portugal.
Kommen Sie auch gerne nach München?
Tatsächlich ist München die erste Stadt, in die ich mit 16 gezogen bin – meine Agentur war hier. Ich habe in 18 Wohnungen in allen Stadtteilen gewohnt. Es ist die einzige Stadt, in der ich das U-Bahn-Netz kenne, und auch die meisten Straßen, weil ich den Führerschein hier gemacht habe.
Wie haben Sie gestern den Abend verbracht?
Wir haben einen meiner ältesten Freunde getroffen, waren im Wirtshaus in der Au und haben Leberknödelsuppe gegessen – und sind dann durch die kalte Münchner Nacht zurück zum Hotel gelaufen. Dann waren wir hier noch im Spiegelsaal, der ja auch eine unfassbare Geschichte hat.
Welche persönlichen Geschichten verbinden Sie mit dem Bayerischen Hof?
Es gibt eine Geschichte, an die ich jedes Mal denken muss, wenn ich hier bin. Allerdings ist sie sehr peinlich, zum Glück aber gut 20 Jahre her. Ich habe während eines Drehs ein paar Monate in Köln gewohnt und bin dort nachts immer einen bestimmten Weg zur Toilette gegangen. Als ich für eine Nacht hier im Bayerischen Hof übernachtete, weil ich abends zu einer Veranstaltung eingeladen war, ging ich nachts im Halbschlaf genau denselben Weg zur Toilette, landete jedoch im Flur. Die Tür fiel hinter mir zu, und ich stand nackt im Gang, splitterfasernackt. Ich wurde irgendwann wach, wusste nicht, wo ich war und wie spät es war – und dachte nur: „Oh Gott, was mache ich jetzt?“
Und was haben Sie gemacht?
In der Ecke stand eine große Truhe, und ich dachte mir: „Da steige ich jetzt einfach rein und warte, bis morgens jemand kommt.“ Als ich die Truhe öffnete, war darin eine Papiertüte mit vielen kleinen Seifen. Die schüttete ich aus, machte zwei Löcher rein, zog sie an und marschierte los. Irgendwann kam mir jemand entgegen und fragte: „Frau Schwarz, haben Sie ein Problem?“ – „Ich? Nein, überhaupt nicht. Was soll ich denn für ein Problem haben? Ich habe mich ausgesperrt, bin schlafgewandelt, brauche einen Bademantel, irgendwas!“ Dann tauchte der aber ganz lange nicht wieder auf. Ich ging schließlich zum Telefon, das beim Fahrstuhl stand, rief unten an und fragte: „Sitzt ihr alle vorm Bildschirm und guckt mir zu?“
Dann kam aber hoffentlich der Bademantel?
Ja, ich wurde in mein Zimmer gelassen und niemand hat mich je wieder darauf angesprochen. Ich muss gestehen, ich habe mich selbst eine Woche lang nicht getraut, es jemandem zu erzählen. Aber ich habe mir seitdem angewöhnt, sicherheitshalber die Tür abzusperren, wenn ich nur kurz irgendwo übernachte. Und falls mich doch mal irgendwer in einem Hotelflur schlafwandeln sehen sollte: Bringen Sie mich bitte in mein Zimmer zurück!
Jacke von LORO PIANA. Schmuck von OLE LYNGGAARD
Jacke von LORO PIANA. Schmuck von OLE LYNGGAARD
Kleid von SELF PORTRAIT via Loden Frey. Schmuck von Juwelier P.RATH - KARL ROTHMÜLLER
Kleid von SELF PORTRAIT via Loden Frey. Schmuck von Juwelier P.RATH - KARL ROTHMÜLLER
Look von WINDSOR. Tasche von AIGNER. Schmuck OLE LYNGGAARD
Look von WINDSOR. Tasche von AIGNER. Schmuck OLE LYNGGAARD
Look von LORO PIANA. Schmuck von SCHREMS + CO.
Look von LORO PIANA. Schmuck von SCHREMS + CO.
Kompletter Look von REBECCA VALLENCE via LodenFrey. Schmuck von OLE LYNGGAARD
Kompletter Look von REBECCA VALLENCE via LodenFrey. Schmuck von OLE LYNGGAARD
Kleid von ERDEM via LodenFrey, Pumps von AIGNER, Schmuck von TIFFANY&CO.
Kleid von ERDEM via LodenFrey, Pumps von AIGNER, Schmuck von TIFFANY&CO.
Jumpsuit von TALBOT RUNHOF. Schmuck von SCHREMS+CO. Kofferset von BRIC'S
Jumpsuit von TALBOT RUNHOF. Schmuck von SCHREMS+CO. Kofferset von BRIC'S
Here&Now
März 2026
04.03.
Rausch der Gefühle
Olympiahalle
Wenn Florence Welch barfuß mit wehendem roten Schopf über die Bühne tanzt und eine ihrer gewaltigen Hymnen anstimmt, fühlt sich die Welt für einen Moment berauschend an. Seit fast zwei Jahrzehnten zählen Florence + the Machine zu den erfolgreichsten Acts der britischen Indie-Rock-Szene. Mit ihrem neuen Album „Everybody Scream“ sind sie nun endlich wieder auf Tour und machen – „Only If for a Night“ – auch in München Halt.
ab 20.03.
Hair it is!
Kunsthalle München
Ob lang, kurz, abrasiert, glatt oder gelockt – Haare stehen für Schönheit und Begehren, Macht und Rebellion, Identität und Zugehörigkeit. Die Ausstellung „Haar-Macht-Lust“ ist nicht nur eine Hommage an die Pracht auf Kopf und Körper, sondern auch ein sinnlicher Streifzug durch drei Jahrtausende Kulturgeschichte. Exponate von der Antike bis zur Gegenwart zeigen eindrucksvoll, welche Wirkung das Alltägliche haben kann.
bis 12.04.
Süße Grüße
Pinakothek der Moderne
Fantasievolle Alphabete, abstrakte Zeichensprachen, grafische, gesprayte oder gestickte Botschaften – die Sonderausstellung „Sweeter than Honey. Ein Panorama der Written Art“ widmet sich der geschriebenen Kunst von der Mitte des 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Rund 100 Werke beweisen, wie sich selbst bittere Worte in sinnliche Erkenntnis verwandeln können. Poetisch!
CHEERS
ÜBERFLIEGER
Ein Popsong hebt ab, ein Cocktail zieht nach
VON SINAH HOFFMANN ILLSUTRATION JÖRN KASPUHL
„I fly like paper, get high like planes“ … in ihrem ikonischen Track „Paper Planes“ singt die britische Künstlerin M.I.A. über Identität, Migration und darüber, wie sehr Zugehörigkeit von einem Stück Papier abhängt. Diese messerscharfe Gesellschaftskritik kleidet sie in ein luftiges Soundgewand, das Menschen auch heute noch auf die Tanzfläche zieht. Oder an den Tresen. Denn nachdem der australischen Barkeeper Sam Ross, der im legendären New Yorker Establishment Milk&Honey bereits den „Penicillin“ erfand, den Pop-Song „Paper Planes“ 2007 in Dauerschleife im Radio hörte, beschloss er, ihm eine flüssige Hommage zu widmen.
Das Ergebnis: ein moderner Aperol-Bourbon-Cocktail, der genauso vielschichtig schmeckt, wie sein musikalischer Namensgeber klingt. Was ihn so besonders macht? Die Parität der vier Zutaten, die in exakt gleichen Teilen gemixt werden: Bourbon verleiht dem „Paper Plane“ Wärme und Würze, Aperol bringt bittersüße Frische, Amaro Nonino schenkt Tiefe und Kräuteraromen, während der Zitronensaft alle Nuancen ausbalanciert. Den Rand des Drinks dekorierte Sam Ross selbstverständlich mit einem kleinen Papier-Flugzeug.
Auch an der falk’s Bar im Bayerischen Hof servieren wir den komplexen Überflieger. Dafür füllen unsere Barkeeper den Shaker mit Eiswürfeln, geben alle Zutaten hinzu, schütteln die Mischung etwa 10 bis 15 Sekunden lang kräftig und seihen den „Paper Plane“ anschließend durch ein Barsieb ohne Eis in eine gekühlte Cocktailschale ab. Gut möglich, dass Sie nach einem zweiten Glas entweder abheben und in unseren Night Club eilen – oder am Tresen sitzen bleiben und sich in langen Gesprächen über Musik, Politik und den Zustand der Welt verlieren. Jede Variante wäre vermutlich ganz im Sinne des Cocktail-Schöpfers.
L I E B L I N G E
von Melanie Jassner
(T)RÄUME
Stephanie Thatenhorst ist für die Münchner Interiorwelt, was Yotam Ottolenghi
für den Genuss: kreativ, überraschend, stilprägend. Die Innenarchitektin erschafft für Ihre Kunden ganzheitliche Raumkonzepte und verkauft ergänzend kuratierte Möbel und Accessoires unter anderem von Baxter, Tacchini, Dennis Kaiser oder Dimore Milano. Sehen und erwerben kann man die Stücke in ihrem Münchner Showroom (Pacellistraße 5) und in ihrer Show Flat, einer 260 Quadratmeter großen Altbauwohnung, in der sie selbst wohnt.
FASHION
Auch wenn die Netflix-Serie „Emily in Paris“ hier und da polarisiert, Millionen rufen seit fünf Staffeln begeistert „Mon Dieu!“ Weil endlich wieder eine Serie Mode auf jene Art zelebriert wie zuletzt „Sex & The City“: laut, ohne Filter und zehn Trends voraus. Marylin Fitoussi, die preisgekrönte Kostümdesignerin der Show, beschreibt ihre Arbeit als „Manifest der Freiheit“. Der erste Bildband zur Serie, „Emily in Paris: The Fashion Guide“ (Assouline), wurde von ihr kuratiert und ist eine Hommage an die Welt von Emily Cooper & Friends.
Literatur Moths, Rumfordstraße 48
LESEZEICHEN
Sophie Passmann, „Wie kann sie nur?"
Sophie Passmann ist wie ein popkulturelles Lexikon mit eingebautem Handspiegel:
Sehen Sie das? – und alle so: Oh ja! In ihrem neuem Buch taucht sie nun ab in die sozialen Medien, erklärt den Wahnsinn, der vor allem Frauen umgibt.
Buchhandlung Hugendubel, Fünf Höfe
IT'S A MATCH!
Ein Sammlerhighlight für alle, die traditionsbewusst und zugleich immer eine Nasenlänge voraus sind. Die Königliche Porzellan Manufaktur Nymphenburg hat mit der Wiener Werkstätte Carl Auböck ein Design-Feuer entfacht: Ein Streichholzetui aus Messing, das eine Porzellan-Plakette mit dem Relief der Nashorndame Clara ziert, jener knuffigen und lang geliebten Ikone aus dem Hause Nymphenburg.
HAUSPOST
NEU
GEDACHT
Kaum ein Raum trägt so viel Bedeutung: Eine Eingangshalle ist Durchgang, Bühne und Versprechen zugleich. Mit dem behutsamen Umbau von Entrée und Rezeption des Bayerischen Hofs ist Axel Vervoordt ein Ort gelungen, der Vergangenheit und Gegenwartverbindet und das Ankommen selbst zu einem Erlebnis macht
VON PHILIP REICHARDT
Eine Eingangshalle ist der Ort, den alle Gäste teilen und passieren, ob sie kommen oder gehen, zu früh sind, in Eile oder in Gedanken. Hier kreuzen sich Blicke und Wege der Ankommenden, die Ausschau halten nach der Rezeption, mit denen, die, schon das nächste Ziel vor Augen, das Haus verlassen und mit den Gegebenheiten bereits vertraut sind. Und jenen, die es nicht ganz so eilig haben, weil sie auf ihre Verabredung warten, einen Tee oder eine Nachricht.
Betritt man das Entreée des Bayerischen Hofs, fällt es schwer, sich daran zu erinnern, wie es früher einmal hier aussah. Mit großem Aufwand wurde die Halle über Monate neu gestaltet. Nichts scheint zu fehlen, nichts, was man vermissen würde. Besseres lässt sich über einen Umbau wohl kaum sagen. Zumal es für einen Innenarchitekten kaum eine komplexere Aufgabe gibt, als einen Raum neu zu denken und zu entwerfen, der mit Symbolik und Bedeutung so aufgeladen ist.
In der Empfangshalle verdichten sich Anspruch, Versprechen und Identität eines Hauses. Hier formt sich der erste Eindruck, für den es bekanntlich keine zweite Chance gibt, und der letzte, der gewöhnlich lange in Erinnerung bleibt. Sie ist ein Zwischenraum, der den Übergang von der öffentlichen zur privaten Sphäre markiert, mit eigenen, weltweit gültigen Regeln und Ritualen. Ein Ort, der ideale Voraussetzungen bietet für ebenso flüchtige wie überraschende Begegnungen und aufgrund seiner Vieldeutigkeit nicht ganz zufällig eine oft und gern genutzte Kulisse für Romane und Filme abgibt.
In Sofia Coppolas Film „Lost in Translation“ etwa finden Bob und Charlotte, die beiden Hauptfiguren, in einer für sie komplett fremden Umgebung Halt und Schutz. Wes Anderson feiert in „The Grand Budapest Hotel“ die Eingangshalle als ebenso prachtvolles wie überladenes Symbol einer Epoche, in der an Personal kein Mangel war und der Concierge sich als Zeremonienmeister verstand. Vicky Baum zeichnet in ihrem furiosen Roman „Menschen im Hotel“ die Eingangshalle vor allem als Bühne der Selbstinszenierung.
Axel Vervoordt ließ sich bei seinem Umbau von der Idee leiten, die Eingangshalle und Rezeption als verbindendes Element eines Hauses aufzufassen, das für viel mehr steht als für 337 Zimmer und 74 Suiten. Zum Bayerischen Hof zählen Restaurants, darunter eines mit zwei Sternen, ein Theater, ein Kino, mehrere Bars, ein Spa, ein Ballsaal, ein Nightclub sowie die historischen Tagungsräume im Palais Montgelas. Vervoordt, der als einer der einflussreichsten Innenarchitekten der Welt gilt, arbeitet seit inzwischen 17 Jahren für und am Bayerischen Hof. Mit dem Umbau der Restaurants Garden und Atelier hatte er begonnen, zuletzt entwarf er das Atrium neu. Auch die Palaishalle, die Penthouse Garden Suite, die Astor@Cinema Lounge, sowie der Palais Keller und der Süd- und Nordflügel gehen zurück auf Entwürfe des Belgiers, der sein Design-Imperium aus Galerien, Werkstätten, Kunst-und Antiquitätenhandel von einem Schloss bei Antwerpen aus lenkt.
Der Plan für die Eingangshalle und Rezeption entwickelte Vervoordt gemeinsam mit dem japanischen Architekten Tasuro Miki. Sie orientierten sich an den ursprünglichen Proportionen des 1841 erbauten und 1944 weitgehend zerstörten Hauses am Promenadeplatz. Die Balustrade ließen sie zurückbauen und ersetzten sie durch Wände mit Öffnungen. Der Natursteinboden wurde bewusst erhalten, aber mit Stein aus dem letzten noch aktiven Natursteinbruch Ungarns ergänzt und erweitert. „Ungarisch Rot“ heißt der Farbton, der früher vor allem in feudalen und kirchlichen Prachtbauten Österreichs und Süddeutschlands verwendet wurde. Die neu eingefügte Kassettendecke schließt nach oben hin ab.
Und einmal mehr blieb Vervoordt, der für sich in Anspruch nimmt, nie einer Mode zu folgen, seinem Credo treu, Materialien und Objekte zu verwenden, die nicht nur gut altern, sondern bestenfalls mit dem Alter schöner werden. Für die Wandflächen kam eine klassische Lehmputzvariante zum Einsatz, die auf alten handwerklichen Methoden basiert. Der Empfangstresen der Rezeption ist aus Nussbaum gefertigt, das verwendete Leder ist natürlich gegerbt und gefärbt. Natürlich darf bei Vervoordt auch die Kunst nicht fehlen: Rechts vom Eingang zum Atrium hat er ein Werk des koreanischen Künstlers Chung Chang-Sup platziert, an der Rezeption ein Bild von Sadaharu Horio. Wie viele andere Details trägt das bei zum Gefühl, angekommen zu sein. An einem Ort, der verspricht, ein Zuhause auf Zeit zu sein.
Lässt man den Raum wirken und kommt nach ein paar Augenblicken zur Ruhe, fallen dann doch ein paar Veränderungen ins Auge. Die vier toskanischen Säulen etwa, die an einen mediterranen Innenhof erinnern und daran, dass München sich gerne als nördlichste Stadt Italiens begreift. Der Aufgang zur Empore liegt nun leicht versetzt um die Ecke. Der Weg hinauf lohnt sich, denn beim Blick durch eine der Maueröffnungen offenbart sich ein weiterer Vorzug des Umbaus: Mit seiner neuen Eingangshalle und Rezeption eröffnet der Bayerische Hof seinen Gästen ganz neue Perspektiven.
ESSENZ & EXZELLENZ
Luxuriöse Duft-Kreationen, präsentiert vom Bayerischen Hof,
seit jeher Bühne für besondere Momente – erzählen sowohl von Herkunft und Handwerk, als auch von Charakter und Atmosphäre
FOTOGRAFIE MIERSWA UND KLUSKA STYLING DIRK MEYCKE
D A N N E R & F L E M M I N G
Was auf bayerischen Feldern wurzelt, findet im Flakon seine Vollendung:
Danner & Flemming bauen Iriswurzeln in Bayern an, einem der teuersten Parfümrohstoffe der Welt – und verwenden diesen in in außergewöhnlich hoher Konzentration in ihren Duftkreationen: „Iris Altesse“, „Iris Trousseau“ und „Iris Poulsard“. In Zusammenarbeit mit dem französischen Meisterparfümeur Antoine Lie entsteht so einmal im Jahr eine streng limitierte Anzahl nummerierter Jahrgangsparfüms aus einer Ernte — selten, edel und zeitlos elegant. Objekt aus den Cosmopolitan Suiten, entworfen Interior-Designerin Ines Gress
T O M F O R D
Feige im Flakon, Kirsche im Glas, beides lädt ein, fruchtig zu genießen.
Ob „Figue Érotique“ aus der Private Blend Kollektion von Tom Ford, ein luxuriöser Unisex-Duft, der Feige als provokante, sinnliche Frucht interpretiert – oder ein Cherry Brandy Cocktail an der falk’s Bar
E L E C T I M U S S L O N D O N
Mit „Black Caviar“ und „Cupid Kiss“ zeigt Electimuss (erhältlich bei Breuninger) zwei Facetten opulenter Duftkunst: dunkel schimmernde Tiefe und sinnliche Verführung.
Die Inszenierung ist eine Hommage an die hauseigene Floristik des Bayerischen Hofs
T H E F R A G R A N C E
„Saphirre Passion“ von The Fragrance (exklusiv bei Hautnah Ludwig Beck Parfümerie in den Fünf Höfen) ist eine opulente Komposition, die verschiedenste natürliche Akkorde symbiotisch vereint – und damit an die zeitlose Ästhetik von Axel Vervoordt erinnert
L' O F F I C I N E U N I V E R S E L L E B U L Y
Wie ein unsichtbarer Schleier: „Eau Triple Andean Verbena & Ulu Basil“ ist ein fein ausbalancierter, krautig-floraler Duft aus der Kollektion „Les Jardins Français“, in dem aromatische Frische und zarte Blütennuancen harmonisch verschmelzen. Exklusiv erhältlich im Flagshipstore im Bayerischen Hof
T R U D O N
Rauchig, holzig und mit einer gewissen mysteriösen Tiefe. Diese Attribute beschreiben zwei Dinge treffend: einen edlen Single Malt, vielleicht einen Ardberg oder Lagavulin, wie er auch in der falk’s Bar serviert wird, in einem feinen Kristall-Tumbler, versteht sich. Und „Mystique“, ein Duft aus der Kollektion "Nuit Rouge“ von Trudon: Zedernholz, Leder, Safran in den Kopfnoten, ein Herz aus Agarholz, Papyrus, Sandelholz und Basisnoten aus Bernstein, Patschuli und Ebenholz. Intensiv und charakterstark.
Herausgeber
Hotel Bayerischer Hof, Gbr. Volkhardt KG, Promenadeplatz 2-6, D-80333 München
Verantwortlich intern: Philipp Herdeg, COO, Tel. +49 (0)89-21 20 996
Redaktion und Kreation
LES AUTRES STUDIOS: Dirk Meycke (Editor in Chief) und Anja Delastik (Redaktionsleitung), Hadorferstrasse 14, D-81475 München
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Die nächste Ausgabe erscheint am 1.Juni 2026